Duale Hochschule
Duales Studium

Studium von der Steuer absetzen – Ein Überblick

Kosten eines Studiums absetzenImmer mehr junge Leute entscheiden sich, nach dem Abi bzw. mit Fachhochschulreife, ein Studium zu beginnen. Leider ist ein Studium, trotz fast überall abgeschaffter Studiengebühren, mit mehr oder weniger hohen Kosten verbunden und daher suchen Studenten immer nach Möglichkeiten, um diese Kosten zu reduzieren bzw. refinanzieren. Oftmals kommt dabei die Frage nach dem Finanzamt auf, denn ein Studium kann unter bestimmten Voraussetzungen von der Steuer abgesetzt werden.

Chronik der Gerichtsurteile: Mitte 2011 sind Studienkosten absetzbar

In der Mitte des Jahres 2011 erstritten zwei Studenten vor dem Bundesfinanzhof, dass Studien- und Ausbildungskosten von der Steuer abgesetzt werden können. Studenten könnten demnach genauso wie Auszubildende die Kosten für eine Ausbildung deutlich leichter steuerlich geltend machen. Diese Neuregelung kann bis zu fünf Jahre noch rückwirkend geltend gemacht werden. Das hat ganz entscheidende Vorteile für Studenten, die in den ersten Jahren ihrer Ausbildung zwar hohe Kosten hatten, diese aber nicht steuermindernd einsetzen konnten, weil sie in diesen Jahren nur über ein geringes Einkommen verfügten. Die Kosten der früheren Jahre sind vorweg angefallene Werbungskosten, die auch später noch geltend gemacht werden können. Ehemalige Studenten, die jetzt über ein hohes Einkommen verfügen, können also die Kosten der Vorjahre für das Studium als Verluste auf das gegenwärtige Einkommen übertragen und damit den Steuersatz erheblich absenken.

Das höchste deutsche Steuergericht hatte mit seinem Vorgehen den Weg dafür freigemacht, dass Kosten für ein Studium als Werbungkosten abgezogen werden können. Bisher hatten die Finanzämter nur geringe Teile der Studienkosten als Sonderausgaben anerkannt und diese Sonderausgaben konnte man nur in den Jahren geltend machen, an denen sie verausgabt wurden. Doch diese Regelung stand im Widerspruch zu anderen Werbungskosten, wie sie von vielen Arbeitnehmern und Freiberuflern beansprucht werden. Der Bundesfinanzhof hat entschieden, dass Ausgaben für das Studium der Berufsausbildung dienen und dass solche Kosten relevant in Bezug auf die Einnahmen sind, die ein Arbeitnehmer oder Selbständiger auch später erzielen kann. Deshalb müssen auch die Kosten für das Studium steuerlich als Werbungskosten anerkannt werden. Sie können auch dann geltend gemacht werden, wenn die Verausgabung und die steuerliche Berücksichtigung mehrere Jahre auseinander liegen.

Chronik der Gerichtsurteile: Im Oktober 2011 ändert die Bundesregierung die Gesetze

Dieses oben beschriebene Urteil des Bundesfinanzhofs hätte Steuerausfälle in Milliardenhöhe verursacht. Da die Bundesregierung dies nicht zulassen wollten, hat sich so schnell wie sonst kaum möglich die Gesetze geändert. Nun sind die Kosten eines Erststudiums nicht mehr als Werbungskosten und somit nicht mehr unbegrenzt abziehbar. Ein kleiner Trost bleibt: Künftig sind die Studienkosten als Sonderausgaben bis zu einer Höhe von 6.000 Euro statt wie bis Ende 2011 „nur“ 4.000 Euro absetzbar.

Es gibt aber nach wie vor noch weitere Möglichkeiten, Kosten, die für ein Studium angefallen sind, abzusetzen. Dafür sollte man sich am besten beim Steuerberater oder mit Hilfe von geeigneten Programmen, wie z.B. dem Taxman von Lexware ausführlich informieren. Vielleicht kann man dem Finanzamt ja noch das ein oder andere Schnippchen schlagen.

Weitere Infos gibt es übrigens auch im Bewegtbild:

 

Bild © Thorben Wengert / pixelio.de