Duale Hochschule
Duales Studium

Studienplatzklage für ein duales Studium – geht das?

Für Fächer wie Psychologie oder Medizin ist die Möglichkeit, sich in einen Studienplatz einzuklagen, ja recht bekannt. Aber wie sieht es eigentlich im dualen Studium aus – kann man da mit juristischen Mitteln auch etwas erreichen? Wir haben recherchiert und bei Experten nachgefragt.

Basiswissen: So funktioniert ein duales Studium

Wir haben die Möglichkeiten, wie man an einen dualen Studienplatz kommt, per Grafik verdeutlicht:

Ablauf-dualer-Studienplatz-bekommen

Du siehst, es gibt zwei Varianten:

  1. Bei manchen Hochschulen kannst du dich direkt bewerben und durchläufst dann ein Aufnahmeverfahren. Hast du dies erfolgreich hinter dich gebracht, wirst du entweder mit Hilfe der Hochschule an ein Unternehmen vermittelt (ist z.B. bei der EUFH oder IUBH so) oder aber es beginnt nochmal viel Arbeit und du musst dir selber ein Unternehmen suchen.
  2. Viel öfter ist aber die zweite Variante: Du bewirbst dich von Vornherein auf ausgeschriebene Stellen bei einem Unternehmen und durchläufst dort das Bewerbungsverfahren. Schaffst du das alles und unterschreibst den Arbeitsvertrag, schreibt dich das Unternehmen automatisch auf einen reservierten Studienplatz bei einer Hochschule ein.

Kann man sich in ein duales Studium einklagen?

In den allermeisten Fällen lautet die Antwort „Nein“. Der Grund ist folgender, wie uns auch von der Kanzlei Dr. Heinze & Kollegen bestätigt wurde: Die „Studienplatzklage“ ist keine richtige Klage, sondern ein Antrag beim Verwaltungsgericht, der darauf gerichtet ist, dass dem Antragssteller (also demjenigen, der sich in ein Studium einklagen will) im einstweiligen Rechtschutz ein sogenannter „außerkapazitärer Studienplatz“ zugesprochen wird. „Außerkapazitär“ deshalb, weil im Verfahren darauf hingearbeitet wird, dass das Gericht Studienplätze freigibt, die die Universitäten bzw. Fachhochschulen bei ihren ursprünglichen Berechnungen fälschlicherweise nicht mit einbezogen haben.

Daraus kannst du aber auch schon ablesen, dass es bei der Studienplatzklage immer nur „gegen“ die Unis und FHs gehen kann. Man vermutet, dass sie zu wenige Kapazitäten für einen Studiengang berechnet haben und daher manche Bewerber zu Unrecht keinen Studienplatz erhalten haben.

Beim dualen Studium kann man dieses Verfahren kaum anwenden, weil die Hochschulen ja sozusagen nicht allein für den Studienplatz verantwortlich sind, sondern immer in Kooperation mit einem Unternehmen. Man braucht zwingend ein Partnerunternehmen, um einen Studienplatz zu bekommen – es ist aber nahezu unmöglich, sich bei einem Unternehmen für die duale Stelle einzuklagen.

Du möchtest dich trotzdem mal schlau machen?

Unsere obige Kurz-Zusammenfassung gilt für die allermeisten Fälle. Vielleicht bist du aber gerade ein Einzelfall, bei dem sich eine Studienplatzklage doch lohnt. Am besten du sprichst mit vertrauensvollen Rechtsanwälten darüber – die Erstberatung ist meist kostenlos.