Duale Hochschule
Duales Studium

Ratgeber: Krankenversicherung für duale Studenten

Bis zum Alter von 25 Jahren sind Studenten in der Regel familienversichert und müssen keine Beiträge zur Krankenversicherung leisten.

Ein duales Studium ist sozialversicherungspflichtig

duales studiumBei einem dualen Studium stellt sich die Situation prinzipiell anders dar. Wer ein duales Studium aufnimmt, ist sozialversicherungspflichtig und muss Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und Krankenversicherung abführen. Ein duales Studium ist damit einer betrieblichen Ausbildung gleichgestellt. Auch Studenten bis zum 25. Lebensjahr können nicht über ihre Eltern familienversichert werden, sie müssen eine eigene Mitgliedschaft in einer Krankenkasse abschließen. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie für eine gewisse Zeit ausschließlich studieren und nicht praxisbezogen arbeiten, oder ob sie ausschließlich im Betrieb arbeiten.

Im Sozialgesetzbuch (SGB) heißt es im § 5 Absatz 1 Nr. 1„Versicherungspflicht“: „Versicherungspflichtig sind Arbeiter, Angestellte und zu ihrer Berufsausbildung Beschäftigte, die gegen Arbeitsentgelt beschäftigt sind“. Teilnehmer eines dualen Studiums sind dem nach § 5 Absatz 2, Nr. 4a SGB gleichgestellt: „Auszubildende, die im Rahmen eines Berufsausbildungsvertrages nach dem Berufsbildungsgesetz in einer außerbetrieblichen Einrichtung ausgebildet werden, stehen den Beschäftigten zur Berufsausbildung im Sinne des Absatzes 1 Nr. 1 gleich. Teilnehmer an dualen Studiengängen stehen den Beschäftigten zur Berufsausbildung im Sinne des Absatzes 1 Nummer 1 gleich.“

Der Blick in den Arbeits- oder Ausbildungsvertrag

Diese Versicherungspflicht muss kein Nachteil eines dualen Studiums sein. In der Regel haben Studentinnen und Studenten eines dualen Studiums einen Arbeitsvertrag mit einem Arbeitgeber, der einem Ausbildungsvertrag ähnelt. Der Arbeitgeber zahlt dem studierenden Mitarbeiter eine Ausbildungsvergütung oder ein sonstiges Gehalt. Dieses ist sozialversicherungspflichtig, die Beiträge werden hälftig vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufgebracht.

Für den Teilnehmer eines dualen Studiums bedeutet dies, dass von seinem Bruttogehalt die üblichen Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung abgezogen werden – wie bei jedem Auszubildenden auch. Wer über eine private Krankenversicherung nachdeckt, kann sich zum Beispiel hier näher informieren.

Blick in den Ausbildungsvertrag

Dennoch gibt es Unterschiede im dualen Studium. Manche Unternehmen zahlen ihren Mitarbeitern im dualen Studium durchgängig ein Gehalt bzw. eine Ausbildungsvergütung, egal, ob sie gerade in der Praxisphase im Betrieb mitarbeiten oder für einen kürzeren oder längeren Zeitraum sich ausschließlich in der theoretischen Ausbildung befinden.

In anderen Fällen zahlt der Arbeitgeber ein Gehalt nur in den Phasen der praktischen Ausbildung im Betrieb. Das bedeutet, dass der Teilnehmer eines dualen Studiums in den Phasen der theoretischen Ausbildung sich selbst krankenversichern muss. Allerdings sind die Beiträge zur Krankenversicherung dann relativ gering, sie entsprechen den Beiträgen, die ein Student nach dem 25. Lebensjahr auch leisten muss und liegen bis zum 30. Lebensjahr bei etwa 75 Euro, Studenten ab 30 Jahren müssen mit Beiträgen von etwa 160 Euro rechnen.

Sollte das Unternehmen, bei dem der Teilnehmer eines dualen Studiums beschäftigt ist, in den Phasen der theoretischen Ausbildung kein Gehalt zahlen, hat der Student in dieser Zeit eventuell Anspruch auf Bafög wie andere Studenten auch.