Duale Hochschule
Duales Studium

Ratgeber Duales Studium: Das wissenschaftliche Schreiben

Bestimmt hast du in der Schule im Deutschunterricht bereits anspruchsvolle Texte verfasst, vielleicht mal einen journalistischen Beitrag, eine Präsentation, oder ein umfangreiches Essay. Egal wie gut diese Texte waren – es ist sehr wahrscheinlich, dass sie den Anforderungen im dualen Studium nicht genügt hätten. Denn beim wissenschaftlichen Schreiben für eine Hochschule gibt es eine Reihe fester Regeln. Worauf genau du achten musst, erfährst du hier.

Die Vorbereitung

Schreibmaschine und Schreibutensilien auf SchreibtischZunächst gilt: Realistisches Zeitmanagement ist das A&O. Der Aufwand für eine wissenschaftliche Schrift darf nicht unterschätzt werden. Jedoch sollte man auch im Gesamtkontext realistisch bleiben – wohl kein Dozent wird für eine 10-seitige Hausarbeit mehrere Monate intensive Recherche erwarten. Andererseits ist es naiv zu glauben, eine Abschlussarbeit sei in einer Woche zu bewältigen. Wenn du dual studierst, solltest du auch deine Arbeitsverpflichtungen im Blick haben und einschätzen können, wann du passende Zeitfenster zum Arbeiten offen hast. Sowohl die Vorbereitung als auch der eigentliche Schreibprozess sind zeitintensive Phasen. Auch hängt der Aufwand von deinem Thema ab. Geht es um allgemein weniger bekannte Themen, kann sich die Suche nach passender Literatur auch mal länger dauern. Unter Umständen müsste auch die Fernleihe benutzt werden, was meist längere Wartezeiten nach sich zieht.

Die Literaturrecherche

Das Ausfindigmachen und Sichten von Literatur sind die Grundsäulen eines jeden wissenschaftlichen Textes. Wo fängt man an? Wikipedia mag auf den ersten Blick keine schlechte Anlaufquelle für einen schnellen Überblick über ein unbekanntes Thema sein. Als wissenschaftliche Quelle ist Wikipedia aber nicht zugelassen.

Wo man sich die richtigen Referenztexte besorgt, kann ganz unterschiedlich sein. Wenn du an einer großen Hochschule studierst, wirst du Zugang zu einer großen Bibliothek haben – dies kann dir viele Gänge ersparen. Auch gibt es dort oft auch eine eigene Institutsbibliothek, die über entsprechendes Fachmaterial verfügt. Ist es bei dir nicht der Fall, wirst du vermutlich die Fernleihe bemühen müssen. Das ist langwierig und kostet Geld, lässt sich oft aber nicht vermeiden. Die eigentliche Suche kann in Bibliothekskatalogen, spezifischen Datenbanken, in aktuellen Fachzeitschriften sowie in Literaturverzeichnissen relevanter Artikel, Monografien und Büchern erfolgen.

Grenze deine Suche sinnvoll ein. Zu eng gefasste Begrifflichkeiten haben oft den Effekt, dass man gar keine geeigneten Quellen findet. Schließlich basiert jede Datenbank auf bestimmten Schlagwörtern. Findest du nicht die richtigen, entgehen dir eventuell wichtige Texte. Hältst du dich dagegen zu allgemein, ist eine Lawine an Quellen die Folge. Meist muss man sich zwischen diesen Extremen hindurchmanövrieren und einen sinnvollen Mittelweg finden.

Der Schreibprozess

Normalerweise besteht eine wissenschaftliche Arbeit aus einer Einleitung, einem Hauptteil und einem Schluss (Fazit/Ausblick). Welche Struktur die Arbeit konkret aufweisen muss, hängt jedoch von den Instituts- und Dozentenvorgaben ab. Erkundigt euch unbedingt im Vorfeld, zum Beispiel in der Sprechstunde eures Professors. Meistens bekommt ihr ganz genaue Vorgaben zur gewünschten Formatierung, Zitierweise etc.

Korrekt Zitieren

Ganz allgemein gilt für das wissenschaftliche Schreiben, dass du alle von dir aufgestellten Behauptungen und Thesen belegen musst. Nichts entsteht im Vakuum – selbst wenn du lediglich einen Gedankengang aufgreifst, den du irgendwo mal ähnlich gelesen hast, musst du dies durch die Angabe der Quelle kenntlich machen. Ganz zu schweigen von direkten Zitaten – diese sind stets durch Anführungszeichen kenntlich zu machen und durch eine Fußnote oder im Fließtext mit deiner Quellenangabe zu versehen. Wenn du deine eigene Meinung äußerst, sollte diese nachvollziehbar dargestellt und auf Grundlage von Daten oder wissenschaftlichen Theorien gut begründet sein.

Rechtschreibung & Grammatik

Nicht nur die inhaltliche Genauigkeit ist von großer Bedeutung bei wissenschaftlichen Arbeiten, auch die Orthographie sollte perfekt sein, daher bietet sich bei Hausarbeiten, Abschlussarbeiten & Co. ein wissenschaftliches Lektorat der fertigen Arbeit an. Besonders praktisch: Hierbei werden neben der Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung auch dein Schreibstil sowie die Einhaltung der Regeln wissenschaftlichen Schreibens überprüft.