Duale Hochschule
Duales Studium

Duales Studium – Studienabbruch vermeiden

Ein Studienabbruch ist kein Weltuntergang. Rechtzeitig zu erkennen, dass das Studium nicht mit den persönlichen Interessen und Neigungen übereinstimmt, und infolgedessen die Entscheidung zu treffen, das Studium nicht weiter zu verfolgen, kann auch befreiend sein. Dennoch stellt ein Studienabbruch zunächst einmal einen persönlichen Einschnitt dar. Für zehntausende Studierende, die jedes Jahr das Studium abbrechen, ist das eine Entscheidung, die sie aufgrund höchst individueller Motive getroffen haben – fast jeder 3. Bachelorstudent bricht sein Studium ab.

Obwohl das duale Studium in dieser Hinsicht als vergleichsweise erfolgreich gilt – hier verlassen nur 7% der Studierenden vorzeitig ihr Studium – lässt dieser Wert bei steigenden Studentenzahlen vermuten, dass ein Studienabbruch auch hier keinen Ausnahmefall darstellt.

Allerdings gibt es im Vergleich zu einem regulären Hochschulstudium bei einem Abbruch des dualen Studiums weitreichendere Konsequenzen, die auf den ersten Blick nicht immer offensichtlich sind.

Zurückerstattung der Studiengebühren

Ein duales Studium zeichnet sich dadurch aus, dass der Studierende meist einen Ausbildungs- oder Praktikumsvertrag mit einem Unternehmen abschließt. Wenn dieses die Studiengebühren übernimmt, muss daran gedacht werden, dass bei einem Studienabbruch diese Gebühren entweder ganz oder teilweise zurückgezahlt werden müssen, was über den absolvierten Studienzeitraum eine beträchtliche Summe ausmachen kann.

Kündigung im Unternehmen

Wenn man mit dem Studienabbruch auch das Unternehmen verlassen möchte, müssen entsprechende Kündigungsfristen beachtet werden. Diese können von vier Wochen bis zu drei Monaten zum Monatsende reichen. Welche Modalitäten bei einem Studienabbruch gelten, steht in der Regel im Arbeitsvertrag. Im Extremfall kann ein Unternehmen auch auf das „Durchziehen“ des vollständigen Studiums bestehen.

  • Bevor man also das duale Studium tatsächlich abbricht, sollte man sich folgende Fragen stellen:
  • Interessiere ich mich noch für das Studium und die darin behandelten Themen? Oder ist es „nur“ der aktuelle Stoff, der die eigene Motivation nach unten fährt?
  • Fühle ich mich im Unternehmen gut aufgehoben? Oder ist es „nur“ das jeweilige Aufgabengebiet im Unternehmen, an dem ich das Interesse verloren hat?
  • Gibt es Veränderungen, die das Studium aus persönlicher Sicht wieder aufwerten könnten?
  • Fehlt es an der sinnvollen Verknüpfung von Studieninhalten und praktischer Arbeit? Können neue Praxisprojekte mein Interesse am Studiengang neu beleben?
  • Kann ein gezieltes Zeitmanagement zusätzliche Freiräume schaffen?
  • Kann ich gegenüber Arbeitgeber und Ausbildungsträger den Studienabbruch vertreten?
  • Fühlt sich der Gedanke des Studienabbruchs auch nach einigen Tagen und Wochen noch richtig an?
  • Welche beruflichen und / oder hochschulbezogenen Alternativen sind denkbar?
  • Habe ich klare Ziele für ein Leben nach dem Studienabbruch?

In vielen Fällen kann bereits ein offenes Gespräch sowohl mit dem Ausbildungsträger als auch mit dem Arbeitgeber hilfreich sein. So kann z.B. mit dem Arbeitgeber ein Stellenwechsel innerhalb des Unternehmens vereinbart werden, um den gewünschten Blick über den Tellerrand zu erreichen. Auch Ausbildungsträger, d.h. die Berufsakademie oder die (Fach)Hochschule bieten oftmals Beratungen an, um Studienabbrüche zu verhindern.

Ein Studienabbruch ohne „Plan B“ für die Zeit danach ist jedenfalls keine gute Alternative. Um dies zu vermeiden, kann es bereits hilfreich sein, sich gründlich zu fragen, welche Faktoren der anfänglichen Begeisterung entgegenstehen. Gerade gegen Ende des Studiums kann dies auch die Bachelorarbeit sein, die zeitraubend und belastend ist. Obwohl ein duales Studium prinzipiell praxisnah angelegt ist, stellt eine Bachelorarbeit doch eine eigenständige wissenschaftliche Leistung dar. Fehlen hier grundlegende Kenntnisse des wissenschaftlichen Arbeitens und Schreibens und zudem eine gute Betreuung seitens des Ausbildungsträgers, kann eine Bachelorarbeit eine echte Hürde sein. In jedem Fall ist das Verfassen einer Bachelorarbeit zeit- und arbeitsintensiv. Nicht immer lässt sich das reibungslos mit der Tätigkeit im Unternehmen vereinbaren. Bevor das Studium aus diesen Gründen vor dem Abbruch steht, kann eine Unterstützung durch eine seriöse Agentur für akademisches Textcoaching ein Ausweg sein, um das duale Studium erfolgreich abzuschließen.