Duale Hochschule
Duales Studium

Das Jurastudium – klassisch oder dual?

Studentin lernt

Wer später einmal als Rechtsanwalt oder Richter arbeiten möchte, der muss den klassischen Weg einschlagen und Jura an der Universität studieren. Aber auch dual kann Rechtswissenschaft studiert werden. Zum Beispiel mit dem Studiengang Wirtschaftsrecht. Wir haben die Unterschiede.

Jura an der Uni

Der Ablauf

Meist dauert ein Jurastudium neun Semester, sprich 4,5 Jahre und endet mit dem ersten Staatsexamen. Darauf folgen Referendariate und das zweite Staatsexamen. Im Detail sieht es so aus:

Semester Grundstudium: Bürgerliches Recht, allgemeiner Teil, Schuldrecht, öffentliches Recht, Staats- und Verfassungsrecht, Verwaltungsrecht und Strafrecht. Jedes der vier Semester stehen Klausuren und Hausarbeiten an.

Hauptstudium: Im Hauptstudium werden Kernbereiche wie Arbeits- und Sozialrecht, Erbrecht, Familienrecht und Sachenrecht vertieft. Im weiteren Verlauf können je nach Universität verschiedene Qualifikationen in den Bereichen europäisches Recht, Medienrecht, Umweltrecht, etc. erworben werden.

Das erste Staatsexamen: Das erste Staatsexamen besteht zu 70 % aus einer schriftlichen Prüfung, die Inhalte der Gebiete Öffentliches Recht, Privatrecht und Strafrecht abfragt. In den restlichen 30 % werden die Studenten von ihren Universitäten abgefragt.

Das Referendariat: Im Referendariat soll der Jurastudent bereits erworbene Kenntnisse anwenden. Der sogenannte „Vorbereitungsdienst“ dauert zwei Jahre und besteht aus den Stationen Landgericht oder Amtsgericht, Staatsanwaltschaft oder Strafgericht und Verwaltungsgericht oder Behörde. Vorteil am Referendariat: Die meisten Studierendenreferendare sind zu Beamten auf Widerruf ernannt und haben deswegen Anspruch auf Beihilfe während des Referendariats.

Das 2. Staatsexamen: Nach dem Referendariat beginnt das zweite Staatsexamen. In sieben oder elf (je nach Bundesland) Klausuren werden größtenteils Inhalte zu der aktuellen Rechtslage abgefragt. Nach Bestehen der Prüfung kann man als Notar, Richter oder Anwalt tätig werden.

Rechtswissenschaft im dualen Studium

Wer Rechtswissenschaft dual studieren will, der entscheidet sich oft für den interdisziplinären Studiengang „Wirtschaftsrecht“. Hier werden Rechtswissenschaften und Wirtschaftswissenschaften miteinander verbunden. 50 % bestehen aus Rechtswissenschaften, 20 % aus Wirtschaftswissenschaften, 30 % aus Soft-Skills.

Studieninhalte

  • Grundlagen BWL, auch geeignet als duales Studium
  • Grundlagen Recht und Entrepreneurship
  • Rechtsmethoden
  • internes und externes Rechnungswesen
  • Verfassungs- & Verwaltungsrecht
  • Bürgerliches Recht
  • Arbeitsrecht
  • IT-Recht
  • Mathematik und Statistik
  • Wirtschaftsrecht
  • Human Resources
  • Handels-&Unternehmensrecht
  • Europarecht
  • Wettbewerbsrecht
  • Steuerrecht

Der genaue Zeitablauf im dualen Studium hängt sehr stark von dem passenden Unternehmen ab.

Vor- und Nachteile im Überblick

Vorteile

Jurastudium: Erlernen von abstrakten Denkstrukturen, Grundstrukturen des deutschen und europäischen Rechtssystems, gesicherte Existenz in der Zukunft, höhere Wissenschaftlichkeit

Dual: Duales Rechtswirtschaftsstudium: Gehalt bereits ab dem ersten Lehrjahr, gute Übernahmechancen (über 80 %), Praxisnähe

Nachteile

Jura: schwierige Klausuren, bei denen nicht mal 20 % ein „voll befriedigend“ oder besser bekommen

Dual: wenig Freizeit durch ständigen Wechsel von Universität zu Unternehmen

Weitere Vor- und Nachteile eines dualen Studiums gibt es hier.

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