Duale Hochschule
Duales Studium

Berufsakademien in Deutschland

In Deutschland kann man sowohl an dualen Hochschulen, „normalen“ Fachhochschulen, einigen wenigen Universitäten und auch an Berufsakademien dual studieren. Aber was sind Berufsakademien eigentlich? Dieser Artikel gibt einen Überblick.

BerufsakademieGeschichte und Entwicklung der Berufsakademien
Die Gründung der ersten Berufsakademien in Deutschland lässt sich auf das Jahr 1960 zurückführen. Bildungspolitisch befand sich die Bundesrepublik in einem spürbaren Wandel. Während die allgemeinbildenden Schulen von Grund auf reformiert wurden, ließ sich ein deutlicher Anstieg bei der Zahl der Abiturienten verzeichnen. Resultierend hieraus zogen immer mehr Abiturienten ein Studium an einer Hochschule in Erwägung, was dazu führte, dass die Hochschulen einer bedarfsgerechten Ausbildung nicht mehr nachkommen konnten. Diesen Missstand erkannte man im Unternehmen Daimler-Benz und unterbreitete dem Kultusministerium von Baden-Württemberg den Vorschlag eine Ausbildung in einem dualen System ins Leben zu rufen. Somit wurden den potenziellen Studenten attraktive Alternativen zu einem herkömmlichen Studium an einer Hochschule geboten. Dennoch war das Bildungsangebot mit dem einer Hochschule vergleichbar. Aus diesem Grund schlossen sich die drei Gründerunternehmen Daimler Benz sowie Bosch und Standard Elektrik Lorenz zusammen und entwickelten in Kooperation mit der IHK Mittlerer Neckar die ersten Modelle einer Berufsakademie in der Bundesrepublik Deutschland. Ein fertiger Entwurf hierüber wurde der Öffentlichkeit am 15. Juli 1972 vorgestellt. Im Jahre 1974 wurde dann mit der Lehre an den Berufsakademien in Stuttgart sowie Mannheim begonnen.

Zweck der Berufsakademien
Bei einer Berufsakademie handelt es sich in der Regel um ein Institut, welches die Vorzüge einer praktischen Ausbildung im Betrieb mit den theoretischen Grundlagen an einer Hochschule kombiniert. Um jedoch mit einem Studium an einer Berufsakademie beginnen zu können, bedarf es der Erfüllung bestimmter Kriterien. So wird beispielsweise ein Nachweis über die Erlangung der allgemeinen Hochschulreife oder der fachgebundenen Hochschulreife als wichtigste Zugangsvoraussetzung angesehen. Je nach Berufsakademie wird darüber hinaus die Durchführung eines Eignungstests sowie der Nachweis über ein studienbezogenes Praktikum vorausgesetzt. Um den Absolventen einer Berufsakademie im Anschluss an ihre Ausbildung den Einstieg in das spätere Berufsleben zu erleichtern, erwerben diese stets einen staatlich anerkannten Abschluss.

Der Status quo
Zwar erwerben die Absolventen einer Berufsakademie einen staatlich anerkannten Abschluss jedoch kann ein akademischer Grad wie beispielsweise ein Diplom oder ein Bachelor nur an einer Hochschule erworben werden. So kommt es unter Umständen vor das die Aufnahme eines Masterstudiums nur unter der Erfüllung zusätzlicher Kriterien möglich ist. Aus diesem Grund bieten immer mehr Berufsakademien ihren Absolventen ein anschließendes Masterstudium an.